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Interne ISDN Anschlüsse


Wenn Sie sich mit dem Einsatz der IPTAM® PBX zum Umstieg auf die IP Telefonie entscheiden, bedeutet dies nicht, dass Sie Ihre vorhandenen ISDN Geräte nicht mehr benutzen können.

Image Die IPTAM® PBX bietet Ihnen die Möglichkeit, vorhandene ISDN Endgeräte wie z.B einen Fax Server, ISDN Telefone oder eine vorhandene ISDN Telefonanlage an die IPTAM® PBX anzuschließen. Gespräche können zwischen den angeschlossen ISDN Geräten und internen SIP Nebenstellen, aber auch zwischen den ISDN Geräten und dem öffentlichen Telefonnetz, vermittelt werden. Die Ablösung einer vorhandenen ISDN Telefonanlage muss so nicht in einem Schritt durchgeführt werden, sondern kann in mehreren Schritten erfolgen. ISDN Endgeräte können an Anlagenanschlüssen betrieben werden. Eine Prinzipdarstellung dieser Möglichkeit ist in der Abbildung dargestellt. Zur Realisierung interner ISDN Anschlüsse benötigen Sie eine oder mehrere ISDN Karten, die sich in der Betriebsart NT (Network Termination) konfigurieren lassen. Eine Auflistung von ISDN Karten, die hierfür geeignet sind, finden Sie in unserem Bereich Hardware. Sie können interne ISDN Anschlüsse sowohl für Primärmultiplexanschlüsse mit 30 Sprachkanälen als auch für Basisanschlüsse realisieren. Bei den Basisanschlüssen können sowohl Mehrgeräteanschlüsse als auch Anlagenanschlüsse realisiert werden.

Abhängig von den ISDN-Karten benötigen Sie in seltenen Fällen spezielle Kabel, bei denen die Sende- und Empfangsadernpaare gekreuzt sind. Es müssen dann bei S0 die Adern 3 und 6 mit den Adern 4 und 5 bzw. bei S2m die Adern 1 und 2 mit den Adern 4 und 5 gekreuzt werden. Ein Ethernet-Crosskabel kann hierfür nicht eingesetzt werden. Moderne (Mehrport-) ISDN Karten benötigen diese Kabel in der Regel nicht. Sie verfügen über Jumper auf der Karte oder werden durch Software passend konfiguriert. Letzteres gilt z.B. bei Einsatz der Beronet berofix Mediengateways. Informationen zum Anschluss finden Sie in der Dokumentation der betreffenden ISDN-Karten.

Auswahl der Betriebsart

Um Endgeräte an die IPTAM® PBX anzuschließen, die Sie bisher direkt an Ihrem ISDN Mehrgeräteanschluss betrieben haben, müssen Sie einen ISDN Anschluss Ihrer IPTAM® PBX als Mehrgeräteanschluss in der NT Betriebsart konfigurieren. Um ISDN Telefonanlagen, an der IPTAM® PBX zu betreiben, die bisher an einem Anlagenanschluss (S0 oder S2m) betrieben wurden, müssen Sie einen ISDN Anschluss Ihrer IPTAM® PBX als Anlagenanschluss in der NT Betriebsart konfigurieren.

Image Klicken Sie dazu in der Übersicht der ISDN Anschlüsse unter TK-Anlage ► ISDN/GSM auf das „Bearbeiten“ Icon eines ISDN Ports und anschließend auf die Schaltfläche „Ändern“. Wählen Sie dann wie in der Abbildung gezeigt die NT Betriebsart und je nach Einsatzzweck Mehrgeräte- oder Anlagenanschluss. Bei ISDN-Hardware für S2m-Anschlüsse entfällt diese Option. Speichern Sie Ihre Auswahl.


Konfiguration des ISDN NT Anschlusses

Image Die Konfiguration eines internen ISDN Anschlusses nehmen Sie in der nebenstehenden Abbildung dargestellten Maske vor. Zur Konfiguration Ihres internen ISDN Anschlusses müssen Sie festlegen,
  • welche Nebenstellen an diesem Anschluss erreichbar sein sollen,
  • welche Ziele von diesen Anschlüssen aus erreichbar sein sollen und
  • welche Berechtigungen die Anwender erhalten sollen, die über diesen Anschluss erreichbar sind.

Sie können dem Anschluss eine Bezeichnung geben, Ihre internen Anlagenanschlüsse zu Bündeln zusammenfassen und die Signalisierung von Rufnummern den Einstellungen Ihrer ISDN Endgeräte anpassen. Bei Änderung der Betriebsart erscheint ein Hinweis auf einen erforderlichen „Restart“. Sie können mit diesem Restart warten, bis alle Schritte der Konfiguration des ISDN NT Anschlusses abgeschlossen haben.

Namen für interne Leitungen und Bündel festlegen

Die internen ISDN Schnittstellen an Ihrer IPTAM® PBX benötigen einen Namen, über den sie voneinander unterschieden werden können. Bei Mehrgeräteanschlüssen benötigt jeder Anschluss einen eigenen Namen, den sie im Feld „Name des Anschlusses“ eingeben können und anschließend über den Button „Speichern“ sichern.

Bei Anlagenanschlüssen können mehrere Anschlüsse zu einem Bündel zusammengefasst werden. Dies ist z.B. erforderlich, wenn Sie eine bestehende ISDN TK-Anlage an Ihre IPTAM® PBX anschließen, die zuvor über mehrere ISDN Anschlüsse (Basis- oder Primärmultiplexanschlüsse) an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen war.

Zum Anlegen eines neuen Bündels geben Sie im Feld „Name ändern / Neuer Name“ die Bezeichnung des Bündels ein und sichern sie die Eingabe über den Button „Speichern“.

Um einen ISDN Anschluss einem bestehenden Bündel zuzuordnen wählen Sie im Feld „Name der Leitung / des Bündels“ das Bündel aus, dem die Leitung zugeordnet werden soll. Sie sichern ihre Einstellungen über den Button „Speichern“

Festlegen der Rufziele für interne ISDN Anschlüsse

Im Feld „Anruf des Anschlusses zu“ (Mehrgeräteanschluss) bzw „Anruf des Bündels zu“ (Anlagenanschluss) legen Sie fest, ob die Nebenstellen an dem internen ISDN Anschluss nur externe oder auch interne Ziele erreichen sollen.

Wenn Sie im ganannten Feld die Einstellung „extern“ gewählt haben, wird die IPTAM® PBX alle Anrufe, die ihr von diesem internen ISDN Anschluss übergeben werden, direkt an das öffentliche Telefonnetz weiter vermitteln. Die Teilnehmer an diesem ISDN Anschluss können damit allerdings keine Teilnehmer erreichen, die als interne Teilnehmer an der IPTAM® PBX eingerichtet sind. Die Wahl einer Amtskennziffer der IPTAM® PBX entfällt und somit ist auch die Unterscheidung zwischen ISDN und SIP-Provider bei
manueller Wahl nicht möglich.

Wenn Sie im Feld „Anruf des Anschlusses zu“ bzw. „Anruf des Bündels zu“ die Einstellung „intern und extern“ gewählt haben, wertet die IPTAM® PBX die Anrufe, die sie auf diesem ISDN Anschluss erhält, als interne Anrufe aus. Damit können die Teilnehmer an ihrer ISDN Telefonanlage die internen Teilnehmer an der IPTAM® PBX erreichen, indem Sie ihre Amtskennziffer und die Nebenstelle des Teilnehmers an der IPTAM® PBX wählen. Um externe Telefonate zu führen, müssen sie nun allerdings neben der Amtskennziffer für ihre ISDN Anlage auch die Amtskennziffer wählen, die Sie für Ihre IPTAM® PBX eingerichtet haben. Eine Übersicht, wie wie die verschiedenen Ziele zu erreichen sind ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

Anrufe des Bündels zu externen Rufnummern Anrufe des Bündels zu internen und externen Rufnummern
Anruf zu anderen Teilnehmern an der ISDN TK-Anlage Nebenstelle des Teilnehmers Nebenstelle des Teilnehmers
Anruf zu Nebenstellen an der IPTAM® PBX Nicht erreichbar Amtsholung der ISDN Anlage + Nebenstelle an der IPTAM® PBX
Externe Anrufe Amtsholung der ISDN Anlage + externe Rufnummer Amtsholung der ISDN Anlage + Amtsholung der IPTAM® PBX + externe Rufnummer


Wenn Sie einen SIP-Provider mit manueller Wahl (SIP Einzelaccount oder SIP DDI) konfiguriert haben, verfügt die IPTAM® PBX über zwei Ziffern zur Amtsholung. Sie sollten dann hier die Auswahl „Intern+extern“ wählen, um den Anwendern Ihrer ISDN-Telefonanlage die volle Flexibilität zu geben. Wenn Sie hier „extern“ wählen, werden Rufe vom NT-Anschluss an den ISDN-Anschluss durchverbunden. Wenn Sie zum Beispiel einen Fax-Server an einem NT-Anschluss betreiben möchten, können Sie die Auswahl „extern“ wählen, um auf das zusätzliche Wählen einer Amtskennziffer zu verzichten.

Rufvermittlung in Hardware

Falls es sich bei der eingesetzten ISDN-Hardware um ein Berofix Mediengateway handelt, wird die Option „Rufvermittlung in Hardware“ angeboten. Sie ist standardmäßig aktiv.

Wenn die Option aktiviert ist, werden Anrufe in das öffentliche Netz durch das Mediengateway behandelt. Das führt dazu, dass bei diesen Gesprächen keine Wandlung der ISDN-Daten in IP-Daten erfolgt. Auf diese Weise können Fax- oder Modem-Signale unverfälscht übertragen werden. Da die Rufvermittlung durch das Mediengateway durchgeführt wird, können Sie kein Least-Cost-Routing nutzen. Dies ist das Verhalten früherer Versionen der IPTAM PBX.

Sie sollten die Option deaktivieren, wenn Sie Least-Cost-Routing für abgehende Gespräche dieses internen ISDN-Anschlusses nutzen wollen, oder wenn Sie ausschließlich über Internet-Telefonie in das öffentliche Netz telefonieren.

Festlegung der Signalisierungsart bei Anlagenanschlüssen

Sofern Sie einen ISDN Mehrgeräteanschluss konfigurieren wollen, können Sie diesen Abschnitt überspringen. Bei ISDN Anlagenanschlüssen existieren prinzipiell mehrere alternative Möglichkeiten, wie Rufnummern signalisiert werden können. Diese Konfiguration wird in der Regel vom Netzbetreiber vorgegeben und muss an der ISDN TK-Anlage entsprechend eingestellt werden. Damit eine ISDN TK-Anlage, die Sie an Ihre IPTAM® PBX anschließen, nicht umkonfiguriert werden muss, bietet Ihnen die IPTAM® PBX die Möglichkeit, diese Einstellungen am internen ISDN Anschluss vorzunehmen. Klicken Sie dazu auf den Button „Details bearbeiten“. Sie gelangen dann zur Auswahl, wie sie in der Abbildung dargestellt ist.

Image Die IPTAM® PBX geht standardmäßig davon aus, dass eine ISDN Telefonanlage, die am internen ISDN Anschluss betrieben wird, bei der Signalisierung der Absenderrufnummer nur die Nebenstelle sendet. Falls Ihre bestehende ISDN Telefonanlage nicht nur die Nebenstelle, sondern zusätzlich die Stammrufnummer oder die Rufnummer inklusive der Vorwahl signalisiert, müssen diese Ziffern entfernt werden, bevor ein Anruf verarbeitet werden kann. Tragen Sie hierzu bitte im Abschnitt Interpretation Absenderrufnummer der ISDN-Gruppe“ im Feld „Rufnummer“ die Ziffernfolge ein, die Ihre ISDN Telefonanlage vor der Nebenstelle mitsendet.

Im Abschnitt „Details der Signalisierung der ISDN Gruppe“ geben Sie, sofern erforderlich, im Feld „Rufnummer“ die Stammrufnummer des Anlagenanschlusses an, den Ihre ISDN-Telefonanlage erwartet.

Sowohl für abgehende als auch für ankommende Anrufe kann das Format der gewählten Rufnummer (Called Party) und das der Absenderrufnumer (Calling Party) eingestellt werden. Im ISDN-Jargon heißen diese Parameter Type Of Number (TON) und Numbering Plan Identification (NPI).

Bei ISDN Anschlüssen der Deutschen Telekom stehen beide Werte in der Regel auf „Unknown“(0). Dies ist auch die Defaulteinstellung des internen ISDN Anschlusses der IPTAM® PBX. Sollte Ihre ISDN TK-Anlage eine andere Signalisierung verwenden, können Sie alternativ die TON-Einstellungen „International Number“ (1), „National Number“ (2) oder „Subscriber Number“(4) einstellen. Die Auswahl von TON und NPI ist auf die sinnvollen Kombinationen begrenzt.

Einstellungen für TON und NPI werden in der Regel für Called Party und Calling Party gleich eingestellt.

Festlegen der Nebenstellen für den internen ISDN Anschluss

Image Über den Button „Rufnummern bearbeiten“ gelangen Sie zur Einstellung der Nebenstellen, die über den internen ISDN Anschluss Ihrer IPTAM® PBX zu erreichen sind. Sie können einzelne Rufnummern oder ganze Rufnummernbereiche festlegen. Dazu geben Sie die Nebenstellen im Feld „Rufnummern“ ein und speichern Sie über den Button „Hinzufügen“. Um Rufnummern aus der Liste zu entfernen markieren Sie den entsprechenden Eintrag und klicken auf den Button „Löschen“.

Sie können keine Nebenstellen konfigurieren, die bereits in der IPTAM® PBX als Nebenstelle oder Dienst verwendet werden. Sie erhalten einen Überblick über die konfigurierten Rufnummern in Ihrer IPTAM® PBX über das Menü Dienste ► Nummernplan.